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Lauftraining in der Schweiz

Von der ersten Jogingrunde bis zum Zürich-Marathon – hier finden Sie alles, was Sie für Ihr Lauftraining brauchen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Bei Beschwerden oder gesundheitlichen Einschränkungen konsultieren Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie mit dem Training beginnen.

Warum Laufen? Die Wissenschaft hinter dem beliebtesten Sport

Laufen ist in der Schweiz der meistbetriebene Ausdauersport. Laut Bundesamt für Sport (BASPO) laufen rund 2.5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer regelmässig. Die gesundheitlichen Vorteile sind gut belegt:

  • Reduktion des Herzerkrankungsrisikos um bis zu 35 % (bei 150 min/Woche moderat)
  • Verbesserung der Knochendichte und Prävention von Osteoporose
  • Stärkung der Muskulatur, insbesondere der Oberschenkel, Waden und Rumpf
  • Ausschüttung von Endorphinen und BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) – messbare Wirkung auf Stimmung und Stressresistenz
  • Gewichtsstabilisierung und Verbesserung des Stoffwechsels

Lauftechnik: Die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden

Schlechte Lauftechnik ist der häufigste Grund für Verletzungen. Unser Expertenteam hat die fünf verbreitetsten Fehler identifiziert:

1. Fersenauftritt statt Mittelfuss

Wer mit der Ferse aufkommt, bremst bei jedem Schritt und belastet die Knie stärker. Ziel: Fuss unter der Körpermitte landen, leicht zum Mittelfuss oder Vorfuss tendieren. Gelingt oft erst nach mehreren Wochen gezieltem Training.

2. Zu langer Schritt (Overstriding)

Ein zu langer Schritt kostet Energie und erhöht das Verletzungsrisiko. Empfehlung: Schrittfrequenz von 170–180 Schritten pro Minute anstreben. Eine Metronom-App oder Lauf-Playlist mit passendem BPM hilft.

3. Verkrampfte Schultern und Arme

Die Arme sollten locker im 90°-Winkel pendeln, Schultern tief und entspannt halten. Tipp: Regelmässig während des Laufens „Hände öffnen" als mentales Reset-Signal verwenden.

4. Kopf nach vorne geneigt

Blick sollte 10–15 Meter nach vorne gerichtet sein, Nacken gestreckt. Das verbessert die Atemkapazität und schont die Wirbelsäule.

5. Zu schnell zu früh

Der klassischste Anfängerfehler. Faustregel: Man sollte beim Laufen noch flüssig sprechen können (Konversationstest). Bei Kurzatmigkeit sofort langsamer werden oder gehen.

8-Wochen-Plan: Von 0 auf 5 km

Dieser Plan richtet sich an Personen ohne regelmässige Lauferfahrung. Voraussetzung: ärztliches Einverständnis, bequeme Laufschuhe und Motivation.

WocheMontagMittwochSamstag
11' laufen / 2' gehen × 8Ruhe oder Spaziergang1' laufen / 2' gehen × 8
22' laufen / 1' gehen × 720' Spaziergang zügig2' laufen / 1' gehen × 7
33' laufen / 1' gehen × 6Kraftübungen 20'3' laufen / 1' gehen × 6
45' laufen / 1' gehen × 4Lockertraining 25'5' laufen / 1' gehen × 4
58' laufen / 1' gehen × 3Kraftübungen 20'10' laufen / 1' gehen × 2
612' laufen / 1' gehen × 2Lockertraining 30'15' laufen ohne Pause
720' laufen ohne PauseKraftübungen 25'22' laufen ohne Pause
825' laufen ohne PauseLockertraining 30'5 km Lauf!

Hinweis: Alle Einheiten sollten in einem Tempo absolviert werden, bei dem man noch sprechen kann. Schmerzfrei laufen ist wichtiger als Tempo oder Distanz.

Die schönsten Laufstrecken in Schweizer Städten

Zürich

  • Zürichsee-Runde (ca. 8 km): Flach, asphaltiert, ab Bellevue beide Seeufer möglich
  • Uetliberg Trailrun: 8 km Aufstieg (450 Hm), Naturweg, spektakuläre Aussicht
  • Limmatweg Innenstadt: 5 km entlang der Limmat durch das Herz der Stadt

Bern

  • Aare-Runde (6 km): Klassische Stadtrunde, fast flach, Bäder entlang des Weges
  • Gurten-Trailrun: 4 km Aufstieg auf den Hausberg, grandiose Alpenaussicht

Basel

  • Rheinpromenade: 8 km zwischen Drei-Länder-Brücke und Solitude-Park, asphaltiert
  • Lange Erlen Wald: 5–10 km Naturwaldpark mit weichen Wegen

Luzern

  • Vierwaldstättersee-Ufer: 6 km mit Panoramablick auf Pilatus und Rigi
  • Fritschibahn-Trail: Kurzer Aufstiegrail auf den Reussfluss-Höhenweg

Schweizer Laufevents – die besten Wettkämpfe

Die Schweiz hat eine lebendige Laufszene. Einige der bekanntesten Events:

  • Zürich-Marathon (April): Schweizer Hauptstadtmarathon, 42.195 km durch die City
  • Berner Frauenlauf (Mai): Grösster Frauenlauf der Schweiz, 5 und 10 km
  • Jungfrau-Marathon (September): Legendärer Berglauf mit 42 km und 1'800 Hm, einer der anspruchsvollsten Marathons der Welt
  • Lausanne Marathon (Oktober): Gelände entlang des Genfersees
  • Zermatt-Marathon (Juli): Berglauf rund ums Matterhorn
  • Luzerner Stadtlauf (November): Volkslauf mit 5'000 Teilnehmenden, Cityatmosphäre

Laufschuhe: So finden Sie den richtigen Schuh

Der Laufschuh ist die wichtigste Ausrüstung. Falsch gewählte Schuhe sind häufige Ursache für Knieschmerzen, Schienbeinschmerzen und Plantar­fasziitis.

  • Laufanalyse im Fachhandel: Laufbandanalyse zeigt Ihren Fussauftritt (Pronation, Supination, neutral) – Grundlage für die Schuhwahl
  • Passform: 0.5–1 cm Platz an der Zehenspitze; Ferse sitzt fest ohne zu drücken
  • Untergrundbezogen: Strassenlauffschuh (harter Untergrund) vs. Trailrunningschuh (Profilsohle für Gelände)
  • Einlaufzeit: Neue Schuhe zunächst auf kurzen Einheiten tragen – mindestens 40–60 km einlaufen

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